Erdwärmebohrungen sind grundsätzlich anzeige- und genehmigungspflichtig, wobei der Umfang je nach Bundesland sehr unterschiedlich ist. Die Leitfäden der Länder geben detailliert Auskunft und beinhalten oft auch die Antragsformulare. Grundsätzlich gelten für die Erdwärmenutzung das Wasserrecht, das Bergrecht und das Lagerstättenrecht.

Die Untere Wasserbehörde (meist am Landratsamt) erteilt eine wasserrechtliche Genehmigung und bei Bohrtiefen größer als 100 m bzw. bei großen Erdwärmeanlagen ist eine bergrechtliche Genehmigung des Landesbergamtes erforderlich. Falls keine generelle Begrenzung der Bohrtiefe aus geologisch-hydrogeologischen Gründen erfolgt, ist es oftmals sinnvoll, über Bohrtiefen >100 m nachzudenken, denn diese ermöglichen höhere Untergrundtemperaturen und damit eine höhere Effizienz der Wärmepumpe. Die Anzeige der Bohrung und deren Ergebnisse erfolgt beim Geologischen Dienst des Landes.

Der Zeitraum für die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung beträgt in der Regel 4 Wochen. Mit der kostenpflichtigen Erlaubnis werden die Nutzungsrandbedingungen geregelt. Dabei spielen solche Punkte wie Begrenzung der Bohrtiefe, Abstände der Bohrungen zu Nachbargrundstücken, Erfordernis der Betreuung durch einen Sachverständigen und die zeitliche Befristung des Betriebs eine Rolle.

In den meisten Bundesländern existieren mittlerweile auch so genannte „Potenzialkarten“, auf denen der Nutzer eine Orientierung über die prinzipielle Machbarkeit und die geothermischen Verhältnisse an seinem Standort bekommt. Diese Karten sind online auf den Seiten der geologischen Dienste verfügbar. Die daraus ableitbaren Daten sind jedoch nur Anhaltswerte für Entzugsleistungen, Verbote/Einschränkungen und Kosten. Sie ersetzen natürlich nicht die eigentliche Fachplanung.

Leitfäden der Bundesländer

Wir haben die Leitfäden der meisten Bundesländer für Sie übersichtlich zusammengestellt.

Genehmigungen/Anzeige notwendig

Bitte beachten Sie, dass zumindest eine Anzeige des Vorhabens unbedingt notwendig ist – sprechen Sie Ihr ausführendes Bohrunternehmen darauf an!

Genehmigungen einholen

Die Beantragung von Genehmigungen bzw. die Anzeige von Bohrvorhaben wird i.d.R. von Ihrem Fachplaner oder einem zertifizierten Bohrunternehmen erledigt.

Benötigt man eine Genehmigung – kann ich das selbst machen?

Erdwärmesonden sind in den meisten Fällen genehmigungspflichtig. Die Leitfäden der Bundesländer geben Hilfen zur Beantragung des Vorhabens. Meist ist es jedoch sinnvoller und zeitsparender, diese vom Fachmann erstellen zu lassen.

Muss ich auf meinen Nachbarn Rücksicht nehmen?

Prinzipiell hat Ihr Nachbar dasselbe Recht wie Sie, den Bodenschatz Erdwärme zu nutzen. Deshalb ist es wichtig, dass sich Erdwärmesonden nicht gegenseitig negativ beeinflussen. In der Praxis haben sich deshalb Mindestabstände etabliert, die im Einfamilienhausbereich bei 10 m zwischen zwei Erdwärmesonden bzw. 5 m von der Grundstücksgrenze liegen. Bei größeren Vorhaben ist die gegenseitige Beeinflussung über Modellrechnungen nachzuweisen.

Gibt es eine Bohrtiefenbeschränkung?

Generelle Bohrtiefenbeschränkungen für oberflächennahe Geothermie gibt es nur in einzelnen Bundesländern, wie Bayern oder Berlin. In Sonderfälle können aus Gründen des Grundwasserschutzes behördliche Auflagen erteilt werden. In den anderen Fällen ist es oftmals sinnvoll, weniger Bohrungen niederzubringen und diese dafür tiefer auszuführen.

Kann ich überall bohren und Geothermie nutzen?

Prinzipiell ja, es gibt aber aus Sicht des Grundwasserschutzes Verbote bei Wasser- und Heilquellenschutzgebieten. In vielen Bundesländen können auf den Internetseiten der geologischen Dienste solche Restriktionsgebiete abgefragt werden.

Mit welchen Auflagen muss ich rechnen?

Die Auflagen aus den wasserrechtlichen Bescheiden fallen in Abhängigkeit von Bundesland und Landkreis sehr unterschiedlich aus. Die wichtigsten Auflagen sind Hinweise auf mögliche Bohrtiefenbeschränkungen, Angaben zu verwendender Materialien, Erfordernis der Einbeziehung von Sachverständigen, Begrenzungen der Nutzungsdauer und Vorgaben der zu übergebenden Dokumentationsunterlagen.

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