29. März 2011

Senatsverwaltung Berlin klärt Fragen zur Erdwärmenutzung

Im Namen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin beantwortete der Staatssekretär Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff eine Kleine Anfrage aus dem Berliner Abgeordnetenhaus von Michael Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen). Dabei ging es um die Erdwärme-Nutzung im Land Berlin.

So wurden in den Jahren 2000 bis 2010 von 2.195 Anträgen zur Errichtung von Erdwärmeanlagen 2.125 genehmigt - das sind fast 97% der Anträge. Aus den Zahlen ist auch ersichtlich, dass es seit 2005 einen enormen Sprung bei der Zahl der beantragten Erdwärmeanlagen gibt:

  • 2000: 22

  • 2001: 33

  • 2002: 28

  • 2003: 10

  • 2004: 57

  • 2005: 164

  • 2006: 423

  • 2007: 392

  • 2008: 358

  • 2009: 382

  • 2010: 326

Im Falle der abgelehnten Anträge war der häufigste Grund die Lage des Grundstückes in einem Wasserschutzgebiet oder einer Altlastenfläche. Voranträge wurden von der Statistik leider nicht erfasst.

In Berlin sind etwa 98% aller Anträge solche auf die Nutzung von Erdwärme mittels Erdwärmesonden. In nur 2% aller Fälle soll das Grundwasser direkt über Brunnen genutzt werden.

Die Nutzung von Erdwärme unterliegt in Berlin allerdings strengeren Regeln als etwa in Baden-Württemberg. Der Grund dafür ist nach Angaben der Senatsverwaltung, dass die dicht-besiedelte Großstadt ihre Trinkwasserversorgung aus dem eigenen Stadtgebiet sicherstellen muss. Um thermische Veränderungen des Grundwassers in Wasserschutzgebieten durch die Nutzung von Erdwärme zu vermeiden, hat sich der Senat für eine eher konservative Position entschieden. Auch durch die Begrenzung der Bohrtiefe auf 100m und die Limitierung der Temperaturänderung auf 3 Kelvin soll sichergestellt werden, dass das Grundwasser weder mit tiefer fließenden Salzwasser vermischt wird, noch dass reinigende Organismen im Grundwasser geschädigt werden.

Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und den oben genannten Problemen schneiden die Stadtstaaten auch in der ErwärmeLIGA im Vergleich mit den Flächenländern schlecht ab. Rüdiger Grimm, Geschäftsführer der erdwärmeLIGA, betont daher nocheinmal: "Echte Verlierer gibt es bei der ErdwärmeLIGA nicht." Das beweisen auch die zahlreichen genehmigten Anträge auf Erdwärmenutzung in Berlin. Einige der Erdwärme-Projekte in Berlin stellen wir Ihnen auch auf unserer Seite vor.


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Das Berliner Abgeordnetenhaus © Beek100 (wikipedia.org) CC-BY-SA-3.0

Das Berliner Abgeordnetenhaus © Beek100 (wikipedia.org) CC-BY-SA-3.0

Redaktion Christian Zenker
Erdwärme-Nutzung in Berlin

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