05. Dezember 2011

"In Delitzsch wird Energieeffizienz gelebt"

Die Bemühungen der Stadt Delitzsch Erneuerbare Energien stärker in öffentlichen Einrichtungen zu nutzen, wurden vom Bundesforschungsministerium mit dem Preis „Energieeffiziente Stadt“ ausgezeichnet. Neben den Großstädten Stuttgart, Magdeburg, Essen und der hessischen Kleinstadt Wolfhagen wurde Delitzsch von Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan auf Empfehlung einer Expertenkommission gewürdigt. Kein Wunder also das Oberbürgermeister Manfred Wilde stolz feststellt: „In Delitzsch wird Energieeffizienz gelebt.“

Wie so oft war der Ausschlaggeber für das Umdenken, das seit 2005 in der Stadt vorangetrieben wird, das Geld. Jährliche Preissteigerungen von 5 bis 8 Prozent für Erdgas und Fernwärme drohten den Haushalt der Stadt zu sprengen. Also kam die Frage auf, wie das zu bewältigen ist.

Es wurde ein Energieteam gebildet, das überlegen sollte, wie man Energie einsparen und gleichzeitig die Stadt selbst Strom erzeugen konnte. Durch die enge Zusammenarbeit mit der TU Leipzig wurde dazu ein Konzept ausgearbeitet, welches auch auf andere Städte übertragbar ist. Jedes Kommunale Gebäude, sowie die Schulen und Kindergärten wurden mit einem Energiemanagementsystem ausgestattet, dessen Daten der Hausmeister mit seinem Mobiltelefon jederzeit überprüfen und bei einer Störung sofort handeln kann. Selbst die Wohnbaugesellschaft geht zum Thema Energieversorgung neue Wege und baute vier neue Häuser mit insgesamt 24 Wohnungen, die mit Geothermie (Erdwärme) ausgestattet wurden. Nach dem Bespiel der Kommune folgen jetzt auch die Bürger. So wurde der Bürgermeister von einem Eigenheimbauer auf die Erfahrungen der Stadt mit der Geothermie angesprochen - und dann sein Haus ebenfalls damit ausgestattet.

Die Wasserkraft ausgenommen arbeitet die Stadt mit allen erneuerbaren Energien. Dabei lautet das Stichwort Dezentralisierung. Bezieht ein Stadtteil seinen Strom aus einer Biomasseanlage, ist es in einem anderen die Fotovoltaik, die den Strom erzeugt, und in wieder einem anderen Bereich die Geothermie, die genutzt  wird. Zuerst mussten allerdings die Stadträte überzeugt werden, dass es sich lohnt Geld in die Hand zu nehmen und im Nachhinein langfristig Finanzen zu sparen. "Bei allen Entscheidungen kommt es darauf an, nachweisbare Ergebnisse zu liefern", sagt Wilde. Sein Wunsch wäre es auch andere Kommunen vom Thema „Energieeffizienz“ zu überzeugen und dass das Thema auf Städte- und Gemeindetagen auf Landes- und Bundesebene, ebenso in der Öffentlichkeit mehr Beachtung findet. Wie es funktioniert, wird in Delitzsch vorgemacht.


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