06. Dezember 2010

Erdwärmeheizung für die Münch-Ferber-Villa

Wenn sich mehrere regionale Firmen gemeinsam mit einer Bürgerinitiative, einer Regionalzeitung und der Stadtverwaltung zusammen tun um eine alte Villa vor dem Verfall zu bewahren, dann zeugt das von besonderem Engagement. Die Münch-Ferber-Villa in Hof steht bereits seit vielen Jahren leer und das Baudenkmal an der Goethestraße drohte zunehmend zu verfallen. Durch die Bestrebungen der Bürgerinitiative Rettet die Münch-Ferber-Villa! und das Engagement vieler Bürger kann die Villa nun aber renoviert werden.

Am Freitagvormittag (3.12.) trafen sich die Beteiligten zu Bohrloch-Party auf der Baustelle, denn bereits ab diesem Mittwoch (8.12.) soll ein Bohrhammer bis in 90 Meter Tiefe vorstoßen, damit drei Erdwärmesonden für die Heizung Energie aus der Tiefe fördern können. Bei Lebkuchen und Glühwein freute sich Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner über den Zusammenschluss mehrerer regionaler Unternehmen zum Hofer Kompetenznetzwerk Wasser: "Planung, Produktion und Arbeiten vor Ort werden zu 100 Prozent von regionalen Firmen ausgeführt." Fünf Firmen haben sich zusammengeschlossen um das Vorhaben zu verwirklichen. Das Ingenieurbüro Piewak & Partner übernimmt die Planung, die Firma E + M Brunnenbau und Bohrtechnik Hof führt die Bohrungen im Vorgarten der Villa durch, die Erdwärmesonden von der Rehau AG und die Erdwärmepumpen von Alpha Innotec und Wilo SE. Durch die großzügige Unterstützung der beteiligten Unternehmen lassen sich fast 50 Prozent der Kosten einsparen.

Pro Loch braucht der Bohrer etwa zehn bis zwölf Stunden um bis in 90 Meter Tiefe zu gelangen, erklärt Bauleiter Mathias Lehmann. Diese langen Bohrzeiten entstehen durch das harte Gestein unter der Villa. Es besteht aus Diabas, Tonschiefer und Grauwacke und gehört zur Bodenklasse 7 - der härtesten überhaupt. Zusätzlich verzögern die tiefen Temperaturen der letzten Tage die Arbeiten an den Bohrlöchern. "Bei weniger als minus fünf Grad ist das Arbeiten schwierig", erklärt Mathias Lehmann. "Wir pressen den Abraum zwar mit Druckluft nach oben, es ist aber natürlich immer auch Feuchtigkeit im Spiel". Dass für die kommenden Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt vorhergesagt sind sorgt für Hoffnung - dann könnten die Bohrungen beginnen. 

Wenn die Bohrlöcher fertig, die Sonden eingeführt und die Bohrlöcher verfüllt sind werden Pumpen die Wärme zu einem neugebauten gläsernen "Pavillion" für 120 Personen und in die alte Villa bringen.

Die Villa wurde Ende des 19ten Jahrhunderts im Auftrag des Kommerzienrats Walther Münch-Ferber im klassiszistischen Stil durch den Leipziger Architekten Weinhard erbaut. Er orientierte sich dabei an italienischen Vorbildern und schuf ein Gebäude, das mit seinem weitläufigen Treppenhaus, den schmuckvoll gestalteten Geländern und den klassizistischen Türbögen den Lebensstil der wohlhabenden Bürger widerspiegelte. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Zwischenwände eingezogen und der Wintergarten samt Veranda zu einer Wohnung umfunktioniert um möglichst viele Flüchtlinge unterbringen zu können. Später wurde die Fassade entgegen den Vorschriften des Denkmalschutzes massiv verändert. Dann stand die Villa viele Jahre leer, bis am 8. September 2010 der erste Spatenstich zur Sanierung des Gebäudes erfolgte. Ende des nächsten Jahres soll die Münch-Ferber-Villa dann vollständig saniert und bezugsfertig sein. Die gemeinnützige Gesellschaft Forum Gesundheit will dann im Haus einziehen. Die Gesellschaft besteht aus Sana Klinikum, den Landkreis-Kliniken, der Alexander-von-Humboldt-Klinik und der Firma MedPrevent. 


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