15. November 2011

erdwärmeLIGA Bundesliga: Brandenburg erneut Erdwärme-Meister - NRW ist Aufsteiger des Jahres

Zum zweiten Mal hat die erdwärmeLIGA das Bundesland mit der größten neu installierten Erdwärmeleistung pro Einwohner ausgezeichnet. Neben dem Spitzenreiter Brandenburg heißt ein weiterer Gewinner dieses Mal Nordrhein-Westfalen: Das Land machte im Jahr 2010 beim Zubau im Bereich der oberflächennahen Geothermienutzung die größten Fortschritte.

(15. November 2011) Mit 298 Punkten führt Brandenburg wie schon im Vorjahr die erdwärmeLIGA-Bundesliga an. Auf dem zweiten Platz der Rangliste zur Neuinstallation von Erdwärmeheizungen folgt ebenfalls unverändert Bayern mit 256 Punkten. Neu unter den Top 3 ist hingegen Nordrhein-Westfalen (NRW). Das Bundesland verdrängt mit 218 Punkten Schleswig-Holstein (202 Punkte) auf den vierten Rang.  Ein Punkt entspricht jeweils der im vergangenen Jahr installierten Erdwärme-Leistung in Kilowatt pro 100.000 Einwohner. Durch die Berücksichtigung der Einwohnerzahlen siegt das Flächenland Brandenburg, obwohl hier mit 915 Anlagen und einer Leistung von 7.483 kW in absoluten Zahlen deutlich weniger Systeme zur Erdwärmenutzung installiert wurden als in Bayern mit 3.080 Anlagen und 32.052 kW sowie in NRW mit 3.572 Anlagen und 38.926 kW.

Mit seiner jährlichen Rangliste möchte das Expertengremium der erdwärmeLIGA den Bundesländern zeigen, wo sie im Bereich der Erdwärmenutzung im deutschlandweiten Vergleich stehen, und sie  motivieren, die Installationen geothermischer Heizsysteme weiter zu unterstützen. Die Auszeichnungen für den Sieger der erdwärmeLIGA sowie für den Aufsteiger des Jahres  wurden heute im Rahmen der Eröffnung des Geothermiekongresses DGK2011 vergeben. Dr. Günter Hälsig, Leiter der Abteilung Umwelt, Klimaschutz, Nachhaltigkeit des brandenburgischen Umweltministeriums, vertrat das Sieger-Bundesland Brandenburg. Die Auszeichnung für NRW wurde an Umwelt-Staatssekretär Udo Paschedag übergeben. Paschedag freute sich über die Auszeichnung aus gutem Grund: „Die Landesregierung hat sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Um sie zu erreichen, müssen wir die Nutzung der regenerativen Energien deutlich ausbauen. Geothermie ist eine wichtige Energiequelle der Zukunft. In Nordrhein-Westfalen wird praktisch jedes Produkt und jede Dienstleistung angeboten, die im wachsenden internationalen Geothermiemarkt nachgefragt wird. Die innovative Ausrichtung der NRW-Unternehmen, der Mix aus Bergbautradition, Stahlindustrie, Dienstleistung und der daraus erwachsenen Forschungslandschaft mit einem einmaligen Know-how zeichnet NRW aus.“

Grundlage der erdwärmeLIGA sind die Zahlen der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Erdwärmepumpen für das jeweils vergangene Jahr. Das BAFA vergibt im Rahmen des Marktanreizprogramms Fördergelder, um den Einsatz Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt voranzubringen. In ganz Deutschland hat das BAFA im Jahr 2010 rund 14.100 Erdwärmepumpen mit einer Leistung von 145 MW unterstützt. Diese Zahlen liegen deutlich unter den Werten des Jahres 2009, als das BAFA für 17.200 Anlagen mit 170 MW Gelder bereitstellte. Grund ist neben der schlechten Wirtschaftslage in 2010 und den dadurch niedrigeren Öl- und Gaspreisen auch die von Mai bis Juli durch die Bundesregierung ausgesprochene Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm. Insgesamt wurden in Deutschland im betrachteten Zeitraum 24.500 erdgekoppelte Wärmepumpen mit einer Leistung von 296 Megawatt installiert. Auch dies sind knapp 6.000 Anlagen weniger als im Vorjahr mit 30.400 Anlagen und einer Leistung von 365 MW.

Bislang werden im gesamten Bundesgebiet bereits rund 250.000 geothermische Heizsysteme mit einer Leistung von etwa 2,9 Gigawatt betrieben. Diese Entwicklung bewertet Rüdiger Grimm, Mitglied des Expertengremiums und Geschäftsführer der erdwärmeLIGA, positiv: „Zahlreiche Haushalte in Deutschland nutzen bereits die Oberflächennahe Geothermie, die nicht nur den Vorteil der Klimafreundlichkeit bietet. Sie ist auch unabhängig von endlichen fossilen Energieträgern und stellt ihre Wärme zuverlässig zu stabilen Kosten bereit. Wir freuen uns, in diesem Jahr sowohl Brandenburg bereits zum zweifachen Sieger küren zu dürfen als auch NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland als „Aufsteiger des Jahres“ auszeichnen zu können.“.


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Preisverleihung in Bochum mit den Vertretern der Siegerländer Brandenburg und Nordrhein-Westfalen

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Übersicht der Ergebnisse der erdwärmeLIGA 2011

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